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Wie du sicherstellst, dass dein Wille umgesetzt wird

Dein Wunsch nach Kryokonservierung lässt sich am besten umsetzen, wenn ein Vertrag vorliegt, die Finanzierung anerkannt und unabhängig von Angehörigen gesichert ist, die Dokumente zugänglich sind und die schnelle Benachrichtigung nicht von einem einzelnen Angehörigen abhängt. Tomorrow.bio organisiert die nötigen Maßnahmen, muss aber rechtzeitig informiert werden und rechtlich wie finanziell handeln können.

Die Planung deiner Kryokonservierung klingt zunächst fast zu einfach.

Du unterschreibst den Vertrag, wählst eine Finanzierungsmethode und sagst es jemandem, der dir nahesteht. Fertig.

Ich verstehe, warum Menschen sich das so wünschen. Du hast eine schwierige Entscheidung getroffen. Du möchtest dich danach nicht ständig um Verträge, Unterlagen und Finanzierung kümmern müssen.

Doch wenn deine Kryokonservierung ansteht, kannst du selbst deinen Willen nicht mehr erklären, keine Dokumente mehr suchen und keine Zahlungen mehr veranlassen.

Deshalb reicht es nicht, deinen Wunsch nur festzuhalten.

Dein Wille lässt sich am ehesten umsetzen, wenn du alles so vorbereitet hast, dass die nötigen Schritte auch ohne dein Zutun erfolgen können. Der Vertrag zählt. Auch die Finanzierung muss vom Anbieter anerkannt sein. Ebenso wichtig sind Menschen, die wissen, wann sie anrufen müssen, wo die Dokumente liegen und welche Schritte sie vorher abstimmen sollten.

All das garantiert noch nicht, dass die Kryokonservierung stattfinden kann. Diese Vorkehrungen verhindern lediglich, dass eine grundsätzlich mögliche Kryokonservierung an alltäglichen Versäumnissen scheitert.

Verlass dich bei der Organisation nicht allein auf deine Familie

Die meisten Angehörigen wollen ihre Zusagen aufrichtig einhalten.

Dann tritt der Tod ein. Sie trauern, das Krankenhaus verlangt eine Entscheidung, ein Bestatter stellt ungewohnte Fragen, und die Person, die versprochen hatte, Tomorrow.bio anzurufen, findet die Nummer nicht.

Guter Wille allein reicht für einen verlässlichen Ablauf nicht aus.

Tomorrow.bio kennt Fälle, in denen Mitglieder darauf vertraut hatten, dass Angehörige den Anbieter benachrichtigen oder die Zahlung veranlassen würden, die Angehörigen aber nichts davon taten. In einem Fall erfuhren wir erst, dass das Mitglied bereits fast ein Jahr zuvor gestorben war, als sich dessen Partner wegen der Kündigung der Mitgliedschaft bei uns meldete.

In anderen Fällen hatten Angehörige zugesagt, das Verfahren zu bezahlen, reagierten dann aber nach dem Tod des Mitglieds nicht mehr. Das Mitglied konnte zu diesem Zeitpunkt keine andere Finanzierung mehr organisieren.

Auch wenn es schwerfällt: Verlass dich nicht allein darauf, dass eine einzelne Person aus deiner Familie den entscheidenden Anruf tätigt.

Das ist kein Argument gegen das Vertrauen in die eigene Familie. Wenn es auf schnelles Handeln ankommt, reicht Vertrauen allein nicht aus.

Sorge für eine vom Anbieter anerkannte Finanzierung, bei der nach deinem Tod niemand mehr über die Kostenübernahme entscheiden muss. Hinterlege mehr als einen Notfallkontakt. Achte darauf, dass Tomorrow.bio aktuelle Angaben zu den Personen hat, die am ehesten merken würden, wenn sich dein Gesundheitszustand ändert.

Widerstand in der Familie verdient ebenfalls ein offenes Gespräch. Wer sich heimlich anmeldet, obwohl der Partner die Kryonik entschieden ablehnt, riskiert einen Streit ausgerechnet dann, wenn schnell gehandelt werden muss.

Dein Partner muss jetzt von deiner Anmeldung erfahren. Er muss deine Sichtweise nicht teilen, aber er muss verstehen, dass es deine Entscheidung ist und dass du erwartest, dass sie respektiert wird.

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Die Dokumente sind nicht ohne Grund da

Das erste Dokument ist der Biostasis-Vertrag.

Die aktuelle Dokumentenseite von Tomorrow.bio erklärt, dass Mitglieder nach der Anmeldung einen vorausgefüllten Vertrag erhalten. Er enthält die Vereinbarung über Betreuung und Forschung sowie Regelungen zur Körperspende.

Dieser Vertrag schafft die vertragliche Grundlage dafür, dass Tomorrow.bio tätig werden kann. Er verpflichtet aber nicht automatisch alle Ärzte, Angehörigen und Behörden in jedem Land dazu, deinen Wunsch umzusetzen.

Der Unterschied ist entscheidend.

In einer Patientenverfügung kannst du festhalten, welche medizinischen Maßnahmen du wünschst oder ablehnst, falls du selbst nicht mehr darüber entscheiden kannst. Tomorrow.bio empfiehlt, sie dem behandelnden Arzt zu geben oder zugänglich aufzubewahren, da sie auch dazu beitragen kann, dass der Anbieter früher von einem unerwarteten Notfall erfährt.

Ein Testament kann zusätzlich dokumentieren, was nach deinem Tod geschehen soll. Tomorrow.bio empfiehlt derzeit, auf Grundlage der entsprechenden Vorlage ein eigenhändig geschriebenes und unterschriebenes oder ein notariell beurkundetes Testament zu errichten und das Original an das Büro in Berlin zu schicken.

Die formalen Regeln unterscheiden sich von Land zu Land. Wenn du wissen möchtest, ob ein Dokument nach dem für dich geltenden Recht wirksam ist, solltest du dich vor Ort rechtlich beraten lassen und dich nicht allein auf eine englischsprachige Vorlage verlassen.

Unterschiedliche rechtliche Anforderungen sollten dich aber nicht davon abhalten, die nötigen Vorkehrungen zu treffen.

Ein aktueller Vertrag, ein passendes Testament, eine Patientenverfügung und zugängliche Kopien sind weit besser als ein Wunsch, an den sich die Familie nur vage erinnert. Eine praktische Übersicht findest du im Beitrag „Wichtige Dokumente, die du aufbewahren solltest“.

Memberzone Membership documents showing the required will and patient advance directive
Der Mitgliederbereich zeigt, welche Begleitdokumente noch fehlen und welche bereits vorliegen.

Prüfe die Dokumente erneut, wenn du in ein anderes Land gezogen bist, deinen Namen geändert hast, sich deine Partnerschaft verändert hat oder du dich für eine andere Konservierungsoption entschieden hast. Dein Plan muss zu deinen aktuellen Lebensumständen passen.

Memberzone overview card showing required membership documents
Die Übersicht zeigt dir, welche Unterlagen du noch bearbeiten oder einreichen musst, damit du die entsprechenden Hinweise nicht in deinen E-Mails übersiehst.

Dann ist da noch die Finanzierung.

Mitgliedschaft und Finanzierung des Verfahrens sind zwei getrennte Dinge.

Nach aktuellen Angaben von Tomorrow.bio berechtigt dich die Mitgliedschaft zur Inanspruchnahme des Angebots und umfasst die Betreuung; die Kryokonservierung selbst wird gesondert finanziert. Die Mindestbeträge können sich ändern; maßgeblich sind die jeweils geltenden Vorgaben und die vom Anbieter anerkannte Finanzierungsvereinbarung.

Verlass dich nicht auf das Versprechen, dass jemand später schon das nötige Geld aufbringen wird.

Wenn du eine Versicherung nutzt, prüfe, wer als bezugsberechtigt eingetragen ist, wie hoch die Versicherungssumme ist und ob der Versicherungsschutz noch besteht. Wenn du die Kryokonservierung auf andere Weise finanzierst, stelle sicher, dass Tomorrow.bio diese Finanzierung geprüft und anerkannt hat. Eine Finanzierungsmethode einrichten erläutert die Finanzierungsmöglichkeiten im Detail.

Überprüfe die Finanzierung danach regelmäßig. Versicherungen laufen aus. Bankverbindungen ändern sich. Familien verändern sich. Eine Finanzierung kann jahrelang gesichert erscheinen, obwohl sie wegen einer veralteten Angabe nicht mehr gewährleistet ist.

Viele würden die regelmäßige Prüfung der Finanzierung lieber einem Partner überlassen, der ihre Entscheidung unterstützt. Tu das bitte nicht.

Sag es uns, bevor der Notfall eintritt

Tomorrow.bio kann nur tätig werden, wenn der Anbieter von dem Notfall erfährt.

Wenn bei dir eine schwere Erkrankung festgestellt wird, du in ein Hospiz kommst oder wegen eines lebensbedrohlichen Zustands ins Krankenhaus aufgenommen wirst, melde dich frühzeitig bei uns. Eine frühzeitige Nachricht gibt dem Team Zeit, die medizinische Lage einzuschätzen, deinen Aufenthaltsort zu klären, die rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen und die nötigen Abläufe vorzubereiten.

Das verpflichtet niemanden zu einer bestimmten Maßnahme und ersetzt nicht die normale medizinische Versorgung.

Es verschafft uns Zeit.

Informiere deinen Partner, deine Familie, Pflegekräfte und andere Personen, die im Notfall voraussichtlich bei dir sind, darüber, wie sie einen Notfall melden können. Bewahre die Hinweise zur Notfallmeldung so auf, dass diese Personen sie finden können, ohne dein Telefon entsperren zu müssen.

Memberzone onboarding: choose the medical alert bracelet and welcome box
Im Onboarding werden die Erkennungsmittel im Notfall erfasst, die anderen helfen, das Mitglied zu identifizieren.
Memberzone emergency contacts page
Notfallkontakte sollten schon vor einer Krise hinterlegt und im Mitgliederbereich stets aktuell gehalten werden.

Hinterlege einen zusätzlichen Notfallkontakt, der auch dann anruft, wenn die erste Person vor Schreck nicht handeln kann, die Kryokonservierung ablehnt oder nicht erreichbar ist. Ändern sich Adresse, Gesundheitszustand, Reisepläne oder Kontakte, aktualisiere deine Angaben im Mitgliederbereich und informiere bei wichtigen Änderungen das Support-Team.

Erst nach der Benachrichtigung können die nötigen Maßnahmen beginnen. Den weiteren Ablauf beschreibt der Beitrag „Was tatsächlich passiert, wenn du uns brauchst“.

Nach der Benachrichtigung koordiniert Tomorrow.bio je nach Fall die Maßnahmen zur Kryokonservierung, die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, die Dokumentation und den Transport. Vom Mitglied wird nicht erwartet, diese Abläufe allein zu organisieren.

Aber Zeit, die vor dem ersten Anruf verstreicht, können wir nicht zurückholen.

Erkläre deinen Angehörigen deine Entscheidung, bevor ein Notfall eintritt

Tomorrow.bio setzt sich dafür ein, den dokumentierten Willen eines Mitglieds umzusetzen, sofern dies rechtlich möglich ist.

Wenn ein Mitglied nach umfassender Aufklärung über den Umgang mit seinem Körper entschieden hat, werden wir den Einwänden von Angehörigen nicht ohne Weiteres Vorrang geben. Dazu sehen wir uns gegenüber unseren Mitgliedern verpflichtet.

Dafür brauchen wir jedoch die nötigen Informationen, genügend Zeit zur Vorbereitung und die rechtliche Befugnis zum Handeln. Erfahren wir erst Monate nach dem Tod vom Wunsch nach Kryokonservierung, können wir kaum noch etwas tun, um ihn umzusetzen. Ebenso schwierig ist es zu handeln, wenn die Finanzierung noch von der Person abhängt, die widerspricht.

Deshalb ist Heimlichkeit so gefährlich.

Weiß dein Partner nicht, dass du dich angemeldet hast, sag es ihm. Hält deine Familie es für einen Scherz, stelle klar, dass es das nicht ist. Wird jemand dem Verfahren voraussichtlich widersprechen, sag es Tomorrow.bio, bevor ein Notfall eintritt, damit geeignete Maßnahmen geprüft werden können.

Auch vollständige Unterlagen garantieren nicht, dass die Kryokonservierung in jedem Fall stattfinden kann. Behördliche Untersuchungen eines Todesfalls, die vor Ort geltenden rechtlichen Vorgaben oder andere Umstände können eine Kryokonservierung verhindern.

Es geht nicht darum, diese Risiken zu verleugnen. Es geht darum, keine vermeidbaren Risiken hinzuzufügen.

Dein Plan sollte nicht voraussetzen, dass deine Familie an alles denkt, sich in allen Fragen einig ist und nach deinem Tod das nötige Geld aufbringt. Er sollte schon jetzt so aufgestellt sein, dass er funktioniert, wenn jemand etwas vergisst, widerspricht oder nicht erreichbar ist.

Kurz gesagt: dein Kryokonservierungsplan sollte auch dann funktionieren, wenn ein einzelner Angehöriger den nötigen Anruf oder die Zahlung versäumt. Halte deinen Vertrag, deine Unterlagen und zusätzlichen Notfallkontakte aktuell, überprüfe regelmäßig die anerkannte, von Angehörigen unabhängige Finanzierung, informiere deinen Partner jetzt über deine Anmeldung und benachrichtige Tomorrow.bio frühzeitig, wenn sich dein Gesundheitszustand ändert.

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